Rüdiger Ditz im Gespräch mit onlinejournalismus.de
Montag, 31. August 2009
Freitag, 28. August 2009
Weise Worte (6)
"Die meisten deutschen Weine sind immer langweilig gewesen, wenn auch auf eine andere Weise als langweilige spanische, französische oder australische Weine."
Hugh Johnson in einem Gespräch mit der Welt
Donnerstag, 20. August 2009
Aufgelesen (12)
"So war es Adolf Kleinholdermann, der am 14. Mai 1950 den ersten Boxkampf zwischen einem Deutschen und einem US-Amerikaner, den [sic!] Schwarzamerikaner Gene 'Tiger' Jones, nach Kriegsende bestreiten sollte. Ein deutscher Adolf gegen einen schwarzen US-Boxer – das war schon etwas, so wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg."
Rochus Misch, Der letzte Zeuge
Mittwoch, 22. Juli 2009
Aufgelesen (11)
"Zu unseren wirksamsten Maßnahmen zählte die Reform der Bestimmungen für die Finanzinstitute. Der Community Reinvestment Act von 1977 forderte von den unter Bundesaufsicht stehenden Kreditinstituten besondere Anstrengungen, um Kreditnehmern mit niedrigem Einkommen Darlehen zu gewähren. Allerdings war diese Vorschrift bis 1993 weitgehend wirkungslos geblieben. Nach unserem Eingreifen stellten die Banken den von diesem Gesetz erfassten Kreditnehmern zwischen 1993 und 2000 mehr als 800 Milliarden Dollar für Hypotheken sowie Darlehen für Kleinunternehmen und Gemeindeentwicklungsprojekte zur Verfügung - eine beeindruckende Summe, die mehr als 90 Prozent des gesamten Kreditvolumens in den 23 Jahren seit Verabschiedung des Gesetzes ausmachte."
Bill Clinton, Mein Leben
Dienstag, 19. Mai 2009
Weise Worte (5)
"Wir wissen alle, dass Fernsehen dick, dumm, traurig und gewalttätig macht."
Ursula von der Leyen (zitiert nach stern.de)
Donnerstag, 7. Mai 2009
Weise Worte (4)
"A single ill-considered remark can generate more bad publicity than years of ill-considered policies."
Barack Obama, The Audacity of Hope
Mittwoch, 11. März 2009
Aufgelesen (10)
"Der Mann am Schalter der Fluggesellschaft teilte uns mit, unser Flug von Bima nach Labuan Bajo sei vom Reisebüro nicht bestätigt worden, also hätten wir keine Plätze. Achselzuckend gab er uns unsere Tickets zurück.
Da man uns gesagt hatte, Indonesien könne man nur in einem Gemütszustand äußerster Gelassenheit in Angriff nehmen, beschlossen wir, es damit zu versuchen. Wir versuchten, dem Mann gelassen klarzumachen, daß auf unseren Tickets, genaugenommen, 'bestätigt' stehe, woraufhin er uns erklärte, 'bestätigt' bedeute, genaugenommen, gar nicht bestätigt, sondern werde lediglich auf Wunsch gewisser Leute auf die Tickets geschrieben, weil man sich so eine Menge Mühe spare und die Leute dazu bringe wegzugehen.
Er ging weg. Wir standen gelassen da und fächelten uns mit den Tickets schlechte Luft zu."
Da man uns gesagt hatte, Indonesien könne man nur in einem Gemütszustand äußerster Gelassenheit in Angriff nehmen, beschlossen wir, es damit zu versuchen. Wir versuchten, dem Mann gelassen klarzumachen, daß auf unseren Tickets, genaugenommen, 'bestätigt' stehe, woraufhin er uns erklärte, 'bestätigt' bedeute, genaugenommen, gar nicht bestätigt, sondern werde lediglich auf Wunsch gewisser Leute auf die Tickets geschrieben, weil man sich so eine Menge Mühe spare und die Leute dazu bringe wegzugehen.
Er ging weg. Wir standen gelassen da und fächelten uns mit den Tickets schlechte Luft zu."
Douglas Adams & Mark Carwardine, Die Letzten ihrer Art
Dienstag, 3. Februar 2009
Donnerstag, 22. Januar 2009
Aufgelesen (9)
"Milly ging zur Schule, und er blieb am Tisch sitzen. Die Frühstücksflockenfirma, die Milly mit ihrer Kundschaft beehrte, hatte auf die Schachtel Weatbrix das neueste Abenteuer von Zwerg Doodoo gedruckt. Zwerg Doodoo stieß in einer ziemlich kurzen Folge auf eine Ratte von der Größe eines Bernhardiners, und er verscheuchte die Ratte, indem er tat, als wäre er eine Katze und miaute. Es war eine sehr schlichte Geschichte. Man konnte sie kaum eine Vorbereitung auf das Leben nennen."
Graham Greene, Unser Mann in Havanna
Sonntag, 18. Januar 2009
Weise Worte (2)
"Silvana Koch-Mehrin ist unsere Jeanne d'Arc Europas."
Cornelia Pieper, Stellvertretende FDP-Vorsitzende
Freitag, 9. Januar 2009
Aufgelesen (8)
"Das letzte, was er drinnen sah, war das erstaunte und amüsierte Gesicht von Eva, dem Mädchen mit dem roten Haar, den Sommersprossen und dem Silberblick, der zu seiner Verzweiflung noch nie anders als spöttisch auf ihm, dem Jungen mit den dicken Brillengläsern und dem häßlichen Kassengestell, geruht hatte. Sie drehte sich zu ihrer Banknachbarin um und flüsterte ihr etwas ins Haar. 'Unglaublich', würde sie sagen. Sie sagte es bei jeder Gelegenheit. Die Unglaubliche hieß sie deshalb. 'Unglaublich!' hatte sie gesagt, als sie von dem Spitznamen erfuhr."
Pascal Mercier, Nachtzug nach Lissabon
Montag, 29. Dezember 2008
Aufgelesen (7)
"Geschichten wisse er keine, sagte Humboldt und schob seinen Hut zurecht, den der Affe umgedreht hatte. Auch möge er das Erzählen nicht. Aber er könne das schönste deutsche Gedicht vortragen, frei ins Spanische übersetzt. Oberhalb aller Bergspitzen sei es still, in den Bäumen kein Wind zu fühlen, auch die Vögel seien ruhig, und bald werde man tot sein.
Alle sahen ihn an.
Fertig, sagte Humboldt.
Ja wie, fragte Bonpland.
Humboldt griff nach dem Sextanten.
Entschuldigung, sagte Julio. Das könne doch nicht alles gewesen sein.
Es sei natürlich keine Geschichte über Blut und Verwandlungen, sagte Humboldt gereizt. Es komme keine Zauberei darin vor, niemand werde zu einer Pflanze, keiner könne fliegen oder esse einen anderen auf. Mit einer schnellen Bewegung packte er den Affen, der gerade versucht hatte, ihm die Schuhe zu öffnen, und steckte ihn in den Käfig. Der Kleine schrie, schnappte nach ihm, streckte die Zunge heraus, machte große Ohren und zeigte ihm sein Hinterteil."
Alle sahen ihn an.
Fertig, sagte Humboldt.
Ja wie, fragte Bonpland.
Humboldt griff nach dem Sextanten.
Entschuldigung, sagte Julio. Das könne doch nicht alles gewesen sein.
Es sei natürlich keine Geschichte über Blut und Verwandlungen, sagte Humboldt gereizt. Es komme keine Zauberei darin vor, niemand werde zu einer Pflanze, keiner könne fliegen oder esse einen anderen auf. Mit einer schnellen Bewegung packte er den Affen, der gerade versucht hatte, ihm die Schuhe zu öffnen, und steckte ihn in den Käfig. Der Kleine schrie, schnappte nach ihm, streckte die Zunge heraus, machte große Ohren und zeigte ihm sein Hinterteil."
Daniel Kehlmann, Die Vermessung der Welt
Dienstag, 9. Dezember 2008
Aufgelesen (6)
"In demselben Jahr ... erblickte weit weg ... ein Knabe das Licht der Welt. Sein Name war RH Bing. Nein, das ist kein Druckfehler, es fehlen keine Punkte zwischen den Initialen. Das R und das H sind nicht die Initialen seiner Vornamen. Sie sind sein Vorname. Er wurde Arhaitch oder so ähnlich gerufen ... Natürlich führte der seltsame Vorname zu Verwirrung und Geschichten ohne Ende. So wird erzählt, daß Bing, als man ihn zum Professor an der Universität von Wisconsin ernannte, gefragt wurde, was auf dem Namenschild stehen solle. Seinem Vornamen treu, erwiderte er: 'R only, H only, Bing'. Als er zu seinem neuen Büro kam, fand er auf dem Namensschild neben der Tür die Inschrift 'Ronly Honly Bing'".
George S. Szpiro, Das Poincaré-Abenteuer
Donnerstag, 20. November 2008
Weise Worte (1)
"Von der deutschen Toilette geht keine Gefahr aus."
Franz Daschner, F.A.Z, 20.11.2008
Dienstag, 11. November 2008
Aufgelesen (5)
"There are sources of irrationality other than religious faith, of course, but none of them are celebrated for their role in shaping public policy. Supreme court justices are not in the habit of praising our nation for its reliance upon astrology, or for its wealth of UFO sightings, or for exemplifying the various reasoning biases that psychologists have found to be more or less endemic to our species."
Sam Harris, The End of Faith
Montag, 3. November 2008
Aufgelesen (4)
"'Es ist sonderbar. Weil man fälschlicherweise glaubt, der echte Nero habe Rom angezündet, muß jetzt zu Ehren dieses falschen Nero die Stadt Apamea ersaufen. Denn sonst hält die Welt unseren falschen Nero nicht für den echten.' - 'Ja', stimmte König Philipp zu, 'so krumme, aberwitzige Wege muß ein vernünftiger, gutwilliger Mensch gehen, wenn er Vernunft durchsetzen will. Humanität läßt sich auf diesem Erdkreis offenbar nur durch die dümmsten, niederträchtigsten Mittel beibringen.' Und fast körperlich spürten sie beide Ekel und Unmut über das Wahrhafte der menschlichen Natur, über die Gebrechlichkeit der menschlichen Vernunft."
Lion Feuchtwanger, Der falsche Nero
Mittwoch, 22. Oktober 2008
Aufgelesen (3)
"Er [Platon] faszinierte seine Landsleute, aber ging ihnen auch ebensosehr auf die Nerven. Als seine Lebensaufgabe bezeichnete er selbst die 'Menschenprüfung', das heißt: er ging überall herum und bewies den Leuten, daß sie alle miteinander nichts verstünden, und zwar ein jeder gerade in seinem Fach."
Egon Friedell, Kulturgeschichte Griechenlands
Dienstag, 14. Oktober 2008
Aufgelesen (2)
"Am allerwenigsten begriff der junge Mensch die diplomatische Bedeutung des Balletts. Mit Mühe zeigte ich ihm ... wie alle seine Tanztouren diplomatische Verhandlungen bedeuten, wie jede seiner Bewegungen eine politische Beziehung habe, so z.B. daß er unser Kabinett meint, wenn er sehnsüchtig vorgebeugt, mit den Händen weit ausgreift; daß er den Bundestag meint, wenn er sich hundertmal auf einem Fuße herumdreht, ohne vom Fleck zu kommen; daß er die kleinen Fürsten im Sinne hat, wenn er wie mit gebundenen Beinen herumtrippelt; daß er das europäische Gleichgewicht bezeichnet, wenn er wie ein Trunkener hin und her schwankt; daß er einen Kongreß andeutet, wenn er die gebogenen Arme knäuelartig ineinander verschlingt; und endlich, daß er unsern allzu großen Freund im Osten darstellt, wenn er in allmählicher Entfaltung sich in die Höhe hebt, in dieser Stellung lange ruht und plötzlich in die erschrecklichsten Sprünge ausbricht."
Heinrich Heine, Die Harzreise
Donnerstag, 2. Oktober 2008
Aufgelesen (1)
"Ich sah dem Chef ins Gesicht und doch an seinem Gesicht vorbei nach draußen. Hinter ihm gab es ein großes Fenster, das den Blick auf eine belebte Straße freigab. In diesem Augenblick begann draußen ein Mann, ein neues Plakat auf eine Werbewand zu kleben. Es war ein riesiges buntes Plakat für eine neue Halbbitter-Schokolade. Es dauerte keine halbe Minute, dann war ich in das Wort halbbitter vertieft. Ich begriff, daß ich mich selbst in einer halbbitteren Situation befand."
Wilhelm Genazino, Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman
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